Drei Aspekte, die eine Führungskraft der Zukunft unterscheiden sollte

Aktualisiert: 21. Nov 2019

Ein Gespräch mit Guido Bosbach, Berater, Mentor, Coach und Inhaber von ZUKUNFTheute


Wenn man sich mit den Themen der modernen Arbeitswelt beschäftigt, also mit Holacracy, New Work, Agility und Co, sich über Netzwerkstrukturen, neue Formen der Zusammenarbeit oder der VUCA-Welt (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) in den sozialen Netzwerken informiert, stößt man unweigerlich auf den Namen Guido Bosbach. Gefühlt veröffentlicht Guido Bosbach täglich Fachartikel zur neuen Arbeitswelt, doch wie er mir im Interview mitteilt, schreibt er nur einmal die Woche einen Artikel. Ich staune, und nicht nur darüber, sondern auch darüber, dass er ursprünglich aus der Mathematik kommt. Zu meiner Beruhigung sagt er: „Es gibt zwei Gruppen von Menschen, die Mathematik studieren. Zum einen sind das die Nerds, die auch wirklich nur Mathematik im Kopf haben und zum anderen sind es diejenigen, die sehr generalistisch unterwegs sind. Dazwischen gibt es eigentlich nichts.“


Guido Bosbach ist der Mathematik nicht treu geblieben, seine Neugier „dass Arbeit doch auch irgendwie anders gehen müsste“, brachte ihn schlussendlich in die selbständige Beratung. Heute ist ihm wichtig, dass er sich seine Themenbereiche selber aussuchen kann und seine heutige Ausrichtung auf Kommunikation und Organisationsentwicklung vielmehr dem entspricht, was er tatsächlich tun möchte.


Tatsachen, Interpretationen und Emotionen


Guido Bosbach ist Berater für Organisationsentwicklung, diagnostischer Mentor und Coach. Als Sparringspartner begleitet er Unternehmen in die Zukunft, hilft Veränderungen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Zum Thema Führung hat Bosbach eine klare Haltung und sagt, dass Führungskräfte der Zukunft vor allem zwei Dinge benötigen. Offenheit und Respekt für andere, und vor anderen. „Ich versuche Menschen immer zu vermitteln, zwischen drei Aspekten zu unterschei- den: Tatsachen, Interpretationen und Emotionen, die auf Interpretationen aufsetzen“. Alles was mit dem Verhältnis Führungskraft und Mitarbeiter zu tun hat, hat mit diesen drei Elementen zu tun. Und dabei unterstützt Guido Bosbach seine Kunden. Denn für ihn geht es darum, dass man sich über die eigene Inter-

pretation bewusst wird, denn erst über das eigene Bewusstsein hinaus kann Of- fenheit und Respekt für die Gegenseite entstehen, die eine andere Interpretation hat, aus der andere Emotionen und andere Handlungen folgen. Vieles wird dann leichter und einfacher, sagt er und betont, dass er diesem Ratschlag selber folgt.


Strategie und menschlich sein sind Unterschiede


Um erfolgreich zu sein, rät Guido Bosbach seinen Kunden zuweilen, das Thema Führung sogar zu trennen. Denn, so sagt er „strategisch, fachlich und menschlich (sozial) gut zu sein, das sind eben Unterschiede.“ Und diese Unterschiede müssen nicht unbedingt zu ausgewogenen Teilen in einer Person vorhanden sein. Vielfach wird in diesem Zusammenhang von der Fachkarriere im Gegensatz zur Manage- mentkarriere (mit Führungsverantwortung) gesprochen, tatsächlich gleichberechtigt in Ansehen, Hierarchie und Gehalt sind sie jedoch selten.

Darüber hinaus ist für Guido Bosbach Führung zweigeteilt. Zum einen bedeutet das Führen von Menschen für ihn, sie in ihrem Wachstum zu unterstützen, Grenzen zu sehen, neue Erlebnisse und Erfahrungen zu machen. Das andere ist die fachliche Seite. „Außerdem gehen wir heute aufgrund der digitalen Transformation anders miteinander um und kommunizieren auch anders“, meint Guido Bosbach. Folglich brauchen wir eine Führung, die sowohl mit der neuen Technik um- zugehen weiß, vor allem aber menschlich und sozial darauf einwirkt.


Heute kommt es auf das Menschliche an, sagt Guido Bosbach, darauf, wie wir am besten zusammenarbeiten und zusammenwirken. Dabei bedeutet Wirkung erzeugen, Wirkung beim Anderen zu erzeugen und dass man diese Wirkung ebenso nach außen trägt. „Wenn ich Mitarbeiter dazu kriege, dass sie persönliches Wachstum aus ihrer Arbeit mitnehmen können und somit zufriedener sind, hat das positive Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen“. Außerdem besteht eine Rückkopplung zwischen der Zufriedenheit nach innen und der Zufriedenheit nach außen, also der Zufriedenheit der Mitarbeiter und der, der Kunden.

Auf die Frage, wie unsere Arbeit in zehn Jahren aussehen wird, antwortet er ent- schieden „Vielfältig“. Damit meint er, dass es Unternehmen geben wird, die ausschließlich netzwerkartig und ohne Chef zusammenarbeiten, daneben Unternehmen für die die alte Hierarchie passt sowie dass das Thema Fremdarbeit an Bedeutung gewinnen wird und die Vernetzung nach innen wie nach außen extrem zunehmen werden.



Lieber Herr Bosbach, herzlichen Dank für Ihre Zeit und das offene Gespräch.



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